Was wenn alles gut geht30. Aug.2 Min. LesezeitAls ich im Leben landeteOder: Was wenn alles gut geht Luft tanzt über unsknackend im Grashuscht sie:die Häsin Und die Zeitdes Sommerswird kürzerAltes, Vergangenes größer? Hinter unsliegen Räumeund Orte, die brennen In unsliegen Träume,und Worte, die erkennen: Das Vorbereiten aufs Lebenkann dazu führen,dich in Plänen zu verweben Es verschließt dir Türen,die du planst,doch öffnet dir Welten,die du nicht ahnstund es zeigt dir fern vom Weg,das alles auch ganz anders geht Was wenn alles gut geht?Ein Lied, das ich nicht kannteFern der eigenen Realität,die ich doch mein „Ich“ nannte Und auch du, auch ich,wir dachten es nichtDoch singen es nun:Was, wenn alles gut geht? Für uns besteht das LebenNicht aus dem Streben,die Zeit zu regulieren Es ist ein warmes Schweben,um im unendlichen Jetzt zu landen,zu sehen, zu fühlen und zu verstehen,warum wir uns so wandenin den Räumen und Leben der andren,in den Plänen und Kontrollen der Zeit Doch jetzt haben wir die Gelegenheiteinzutauchen in den Moment,der immer ist und den man docheinfach nur „Jetzt“ nennt. Eines Tages, so stelle ich es mir vor,denkt ein jeder nach unddann denkt er nicht mehr vor,weil die Zeit doch endlich istund die Grenzen der Pläne ganz genau bemisst Und dann möchte ich nicht sagen:Ach, ich hätte mir ein Haus im Wald gewünscht,Ach, ich hätte mir mehr Zeit gewünscht für Liebe,Ach, ich hätte so viel gemacht, was hätte ich geschrieben! Und doch hat jeder Schritt,jedes Sein und Bleiben,jede Rast und jeder Wegmich geführt und gemacht,auch zum Entscheidenaus Liebe, aus Wissen und Kraft So bin ich allen dankbar:Weggefährten, Kurven und KnicksDas Leben lief und es stand da,sagte mal „Hi!“ und dann wieder nix Ich sprang ins Moorund lief durchs Beben,blieb nicht auf dem Weg,denn er war mir zu eben Ich wühlte in meinen Abseiten,und spülte Tränen im Regen,sah Sonne in wüsten Weitenund Meer unter dünnen Stegen Ich glaube längst nicht, alles zu wissen,doch ohne den Gang fern der Wegewürde ich es so vermissen:das Entdecken des Lebens, das in mir istund das Erleben all dessen,was kein „Ich hätte doch…“ ist. Was wenn alles gut geht?Was wenn dich nicht der Weg geht?Sondern du den Wind drehst?Diese Frage stellen sich viele - viel zu spät. 17.08.2026 - T. G. Weinreich
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