Unter großen Künstlern30. Aug.2 Min. LesezeitFoto von Franksy ZabelWenn der Wind golden schimmertstupsen sie sich gegenseitig an, tanzendund erzitternd, fragend: Wann …müssen wir unseren Ast verlassen?Fragt das eine BlattWann dürfen wir fliegen?das andereein weiteres hat es sattund löst sich wie von alleineein Kleines wird vor Schreckganz blass und fühlt auf einmal BeineWas klettert da auf seinem Astmit flinken Füßen ohne Rast? Der Baum brummt im WindEr fühlt sie alle, jedes KindEinige schüttelt er schon abund lässt sie gleitenSo musizieren sie mal knapp,Mal länger den HerbstPunkten wie Noten auf Saitenund klecksen Farbe ins Land Der Baum, der Künstler -Dieser ist mit Monet verwandtUnd der andere dort hintenein Expressionist, einer, demWildes noch wichtiger ist:Lieber als nur gezielt zu tupfen,lässt er Schatten ins Dickicht schlupfen,greift mit Ästen wie mit Händen,um Linien grob zu wenden Ein weiterer zarter GeselleSteht ruhig und stauntEr bleibt auf seiner Stelle,lächelt dann und rauntseinen Blätter ganz sacht zu:Ich bin ihr und ihr seid gut,niemand fällt zu weit von mirIhr bleibt ich und ich wie ihr:Immer Künstler, immer hier Sie alle sehen im MorgenwindDas rote Tier mit der Nuss,es gräbt sie ein geschwindUnd lässt – oh, welch Genuss!einen Freund entstehen,einen, der Leben gibt, Blatt für Blattund mit den Künstlern dieser Koloniebald malen wird, in tausend Farben satt Noch ist der Ahorn kleinund grün hinter seinen OhrenDoch bald wird er mehr sein,denn auch er ist zum Künstler geboren,zum Maler dieser Landschaftmit all den anderen GeniesSo schwingt er voller KraftIns Leben und genießt 27.08.2026 - Telse Gunhild Weinreich
Kommentare