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Winterwind

  • 3. Feb.
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Feb.

Gedicht - Januar 2026

Rodiwana-Illustration

Winterwind

 

Vor den Scheiben rauscht er

Äste spielen Mikado

verwehter Schnee, verbauschter

Vögel sind - nur wo?

 

Vielleicht

sind die, die hiergeblieben

nun kalt erwischt und warten

hinter den Büschen im Garten

 

Vielleicht

kennen sie Plätze im Unterholz

fliegen unter den Schnee

und bauen sich dort Welten

aus Fantasie, Nester aus Holz

wie Maulwürfe, die zelten

in Iglus und auf Sonnenliegen

während ihre Sommergedanken

in die warmen Lüfte fliegen

 

Vielleicht

werden wir sie finden

all die Vogelbauten und Paläste

wenn alles taut und gedeiht

all die Wohnungen unter Ästen

in einer warmen, ruhigen Zeit

 

Vielleicht

werden wir dann verstehen

wie sie es schaffen, zu überleben

Wind und Kälte zu überstehen

und vom Fliegen träumend zu leben

 

Nur der Wind

Kennt ihre Residenzen

Und all ihre Quartiere

 

Nur der Wind

Bestimmt die Grenzen

Der winterharten Tiere

 

Und jetzt - höre ich ihn wehen

Er flüstert mir von den Tieren:

Das Geheimnis des Überstehens

der Windgeküssten ist ihr Fantasieren

warmer Welten und Momente

Tausend Träume gegens Verlieren

von Specht, Amsel, Schwan und Ente

bringen den Schnee zum Schmelzen

bald - sobald es reicht

führen sie den Winter zu Ende

damit er dem Frühling weicht

 

So füttere ich sie und ihre Träume

mit Samen und Saat

fürs Singen in den Bäumen

nach Wolkenschlösser-Art

 

 

geschrieben am 03.02.2026


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1 Kommentar


Unknown member
03. Feb.

👍so schön poetisch

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