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Sammeln und Fließen

Aktualisiert: 2. Juni

Mein Schreiben


Sammeln und Fließen

Es bereitet mir Freude, mit meinen LeserInnen in Kontakt zu kommen und mich immer wieder selbst mit neuen, ungewohnten Tätigkeiten und neuen Orten zu überraschen. Es sind Situationen und Bilder, die ich bewusst oder unbewusst täglich sammle, manchmal auch nachts in meinen Träumen und die sich dann, früher oder später, mit dem geeigneten Ventil (Protagonisten) Luft machen und herausfließen wie "aus dem Nichts". So werden Begegnungen zu Antreibern für neue Romane und Orte zu Handlungsorten. Manchmal kann ich mir erst später etwas erklären, oft findet alles ganz von allein zusammen. Sogar bei meinem "Tempus fugit"-Roman war das so. Kennen Sie das Bilderbuch mit der Maus Frederik, die Farben sammelt, während die anderen Mäuse das Korn sammeln? So ein Frederik bin wohl auch ich.


Sein lassen

Erst wenn eine Geschichte gefühlt rund ist oder in sich, mit sich stimmig, dann muss ich aufhören, um nicht noch zu viel Kopf hereinzubringen. Mein Kunst-Professor sagte zu mir: "Zeichne es nicht tot!" oder "Schalt deinen Kopf aus!" ... Und in der Tat war es dann oft genau richtig. Also: ein wenig früher aufzuhören. Ich höre im Prinzip auf, wenn mein Schreibflow zu Ende ist. Entscheidend ist für mich das fließende Schreiben, das Hineingehen in die Figuren, das Einssein mit ihnen beim Schreiben.


Aufgehen

Jedes Schreiben ist ein bisschen autobiografisch, aber ich löse mich gern auf und verschwinde, wenn ich beim Schreiben in meine Charaktere eintauche, in ihnen aufgehe und dann bin ich dabei wie eine Schauspielerin, die nicht nur in eine Rolle schlüpft, sondern ganz die Person ist - für die Dauer des Spektakels in meinem Kopf. Das ist befreiend und ergänzend zugleich (Stichwort "Katharsis"*). Ich könnte noch sehr viel mehr übers Schreiben schreiben, aber ich befürchte, dafür reicht weder meine Homepage noch Ihre Geduld, oder? Vielen Dank fürs Lesen, für Ihr / dein, wenn wir schon beim "Du" sind, Interesse und vielleicht bis bald auf der nächsten Buchmesse oder im "Atelier Rodiwana"!


Bente Amlandt


*Die Literaturwissenschaft versteht die Katharsis als eine Reinigung der Seele. Sie soll in den Zuschauern einer Tragödie ausgelöst werden. Das Konzept geht auf die aristotelische Poetik zurück. In der Psychologie bezeichnest du als „Katharsis” das Vorgehen, aufgestaute Emotionen auszuleben und nach außen zu tragen.


01.06.2024 Bente Amlandt

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